Meine lieben Freunde, Eltern, Geschwister und Bekannte,
nach nun laengerer Zeit schreibe ich nun wieder. Bei mir war einiges los: der Besuch meiner Freundin Verena, 2 Wochen Kolumbien, unser Patronatsfest und das gewoehnliche Leben hier in der Pfarrei und Dorf in Azara.
Im April war bei mir etwas genervte Stimmung, da durch Umstellungen im argentinischen Bankensystem unser Geldfluss aus Deutschland gestoppt bzw. verlangsamt wurde. Durch diese Aenderung kann jeder Auslaender ab jetzt pro Tag mit der deutschen Girokontokarte nur noch 300 Peso (ca. 60 €) abheben. Es ist sehr wenig, wenn man beachtet, dass Reisen mit dem Bus von Misiones nach Buenos Aires (1300km) schon zwischen 120 und 140 Pesos kosten. Doch nun ist dieses Problem geregelt und wir haben wieder Zugang auf finanzielle Mittel.
Unser Pfarrsaal wurde umgestaltet; nach dem Einzug der neuen Decke, wurde ein Zaun um den Saal gebaut zusammen mit neuem Eingang zur Kueche, sodass bequem Autos be- und entladen werden koennen. Ansonsten hatten Freunde von mir Geburtstag, die werden natuerlich ausgiebig mit einem Asado und Tanz gefeiert. Ich hatte in dieser Zeit zum ersten Mal einen Wurm in einem Zeh, die von Hunden verbreitet werden und da wir in der Pfarrei 3 Hunde haben, ist es nicht so unueblich einen Wurm im Zeh zu haben. Ich mache also so gut wie alles mit was es so an Tieren gibt, die es hier in der Region von Argentinien gibt. Ich bekomme viel mit zum Thema „Sterben“, was in Deutschland oftmals einfach aus der Gesellschaft rausgestrichen wird. Hier werden Tote offen aufgebahrt, das die Angehoerigen den Leichnam anfassen koennen und sich von ihm verabschieden koennen.
Seit kurz nach Ostern haben wir in der Pfarrei eine neue Koechin, die uns das Essen bringt, aufgrund dessen, da wir mit der alten Koechin und ihrer Familie Unstimmigkeiten hatten und noch immer haben.
Nach nun etwas mehr als 6 Wochen haben wir unser Auto wieder zurueck, das in der Werkstatt war und endlich wieder laeuft, nun aber schon iweder in die Reperatur muss, da die Elekronik kaputt ist.
Im Mai ist meine Freundin Verena zu mir nach Argentinien zu Besuch gekommen. Es ist wichtig in der Zeit, dass Menschen kommen und einen besuchen, um die Umgebung und Leute kennenzulernen, damit einige zu Hause in Deutschland verstehen von was redet, weiss wie die Menschen sind und was fuer die Menschen wichtig ist! Ich besuchte mit Verena zuerst die Iguazu Wasserfaelle, eine Quarzmine, die Hauptstadt von Misiones Posadas und machten einen Abstecher nach Paraguay. Sie lernte die Leute hier kennen und vor allem das Umfeld, in dem ich lebe. Zum Schluss verbrachten wir einige Tage noch in Buenos Aires, damit sie noch die Hauptstadt von Argentinien kennenlernte. Ende Mai stand auch schon der Abschied an, da ich nach Kolumbien und sie wieder zurueck nach Deutschland geflogen sind. Ich bin nach Kolumbien geflogen, da eine Pfarrei, die der Padre in Bogota gegruendet hat, 25 jaehriges Jubilaeum feierte. Da unser Patronatsfest vergangenes Wochenende war und der Padre nicht von der Pfarrei weg konnte, so musste ich ihn in Bogota vertreten. Kolumbien bzw. Bogota ist einfach super schoen und viel sicherer als dass es oft das Bild von diesem Land ist. Es gibt kaum noch Guerilla und der Drogenhandel ist jetzt wie in jedem anderen Land der Welt auch. Ich war in dieser Zeit bei Freunden vom Padre untergebracht und mir wurde die Pfarrei und das Altenheim gezeigt, welche er in seiner Zeit dort aufgebaut hatte. Ich lernte die Stadt kennen, die auf 2600m in einem Kessel in der Andenkette liegt. Dort ist immer ein frisches Klima, doch nur knapp 2 Stunden nach Sueden wird es schon tropisch feucht und heiss. Bogota ist eine Stadt mit sehr krassen Kontrasten zwischen Reich und Arm, noch staerker als in Argentinien. Jedoch der jetzige Praesident macht sehr viel fuer die Sicherheit im Land. Er versucht somit das Land oekonomisch wieder auf Vordermann zu bringen, in dem er den Armen hilft und die Mittelschicht staerken will. Ich wurde in dieser Zeit von einem Freund des Padres zum anderen weitergereicht, also von einer Einladung zur anderen, damit ich die Leute kennenlerne, die lange Jahre mit dem Padre zusammengearbeitet haben. Mein Eindruck ist also von Kolumbien so, dass ich wieder einmal nach Kolumbien moechte und sagen kann, dass das Bild von Kolumbien, dass die Guerilla das Land beherrscht, nicht stimmt!
Ich hatte Schwierigkeiten von Kolumbien wegzukommen, da mein Flug vorgeschoben wurde, alles schon geschlossen war, als ich im Flughafen ankam, sodass ich 2 Tage laenger in Bogota war und zu spaet zum Patronatsfest nach Misiones zurueckkam. Ich kam noch rechtzeitig zum Abend an , als das Fest in vollem Gang war. Es gab Musik, Tanz, eine Tombola und Verlosung von gespendeten Gegenstaenden, wie ein Fahrrad, Ventilator, und vieles mehr, sowie Asado, verschiedene Brote, Empanadas und Kuchen. Der Gewinn des Festes wird dem Bau unseres Altenheimes zu kommen. Das Altenheim ist momentan soweit, dass das Dach draufkommen kann, was jedoch sehr teuer werden wird und wir das Sozial-und Gesundheitsministerium darum bitten, dass es dafuer aufkommt.
Ich brauchte nach meiner Reise in Kolumbien einen Tag um wieder in Argentinien anzukommen. Doch ich bin wieder zurueck in meinem Dorf und fuehle mich richtig wohl wieder zurueck zu sein. Nun steht aufraeumen vom Fest und das Haus wieder auf Vordermann bringen auf dem Plan.
Ich sende euch allen viele liebe Gruesse aus dem sehr kalten Misiones.
Euer Manu
P.S.: eine schoene EM euch allen - Deutschland!!!!!!!